Samstag, Mai 05, 2007

Mein Name

Da habe ich doch gerade was vergessen. Und das obwohl sich meine Mutter extra darueber beschwert hat.
Ich habe noch gar nicht veroeffentlicht das ich seit ein paar Monaten einen chinesischen Namen habe den ich auch immer mehr Nutze.
Ist hiermit ausdruecklich nachgeholt.


Die Schriftzeichen heissen QI LE LONG. Zustande gekommen ist der Name aus einem Gespraech mit einem meiner Studenten. Ich hatte gerade bei ihm Chinesischunterricht und dann faengt er ploetzlich an meinen Nachnamen zu schreiben und das Zeichen Qi fur den Anfang fuer Ziegler. Wir reden dann ueber dies und das und uber die Namen von Bruce Lee und Jackie Chan. Fragt mich nicht wie wir darauf gekommen sind. Aber ich deute das als gutes Zeichen. Beides Menschen die ich sehr mag und von denen ich bisher nur das wuste was die meisten Deutschen wissen. Das sie hervoragende Kungfu Kaempfer waren/sind. Der Name den Bruce's Eltern ihm gegeben haben bedeutet uebersetzt 'kleiner Drache', 'xiao long'. Jackie hat sich dann, als er als Bruce Lee Darsteller beruehmt wurde, den Kuenstlername 'werde Drache', ' cheng long' gegeben.
So haben wir also weiter an chinesischen Schriftzeichen gearbeitet. Qi ist ja aber noch kein Name. Wir haben dann bei Ziegler alles weg genommen was nicht in die Sprache passt, zurueck blieb Zie le oder etwas anders ausgesprochen und verbunden mit einem durchaus Chinesischen Nachnamen 'Qi Le'. Da LE aber nur gluecklich heist und noch nicht so ganz ein Vorname ist habe ich LONG noch angehaengt. Ich bin nicht Bruce und schon gar nicht Jackie. Aber ich mag beide und schon als Kind habe ich immer Drachen gemocht. Alte Karnevalbilder zeugen davon.
Also, mein Name auf chinesisch ist 'Qi Lelong', was soviel wie der 'vollkomende glueckliche Drache' heisst. Ich bin ganz zufrieden damit. Was denkt ihr? Diesmal bitte ich ausdruecklich um Kommentare.

Sport und Beijing

Hallo liebe Leser,

wie ich nun mehrmals darauf hingewiesen wurde ist mein blog wohl in letzter Zeit nicht mehr besonders GefuehlVoll. Hm, ein Grund ist warscheinlich das ich hier doch sehr chinesisch lebe, was bedeutet das meine Gefuehle sich mehr nach innen verstecken, mehr noch als sonst. Aber ich moechte gerne versuchen mehr von meiner Gefuehlswelt hier rein zu schreiben. Obwohl das echt schwer ist. Die meisten Dinge die mich gefuehlsmaessig beruehren haben mit der europaeischen/deutschen Politik zu tun oder mit Dingen die ich hier einfach nicht verstehe. Zum Beispiel wie Frauen noch immer (durchaus auch gegen ihren Willen) mit absolut fremden Maennern verheiratet werden.
Naja, aber es gibt auch schoene Momente und Gott sei dank ueberwiegen diese dann auch.
Am letzten Aprilwochenende gab es in ganz China an den Hochschulen Sportfeste. Vergleichbar mit Bundesjugendspiele in Deutschland (gibt es die eigentlich noch?), nur das die Sportfeste hier wirklich richtige kleine Olympiaden sind. Und am Ende geht es darum welcher Fachbereich die meisten Punkte sammeln konnte. Ich habe mich dann auch dazu hinreissen lassen da mit zu machen. Nicht fuer die Punkte oder gar fuer einen Sieg fuer mich, mehr fuer meine Studenten damit sie sagen koennen unser Lehrer hat dort mitgemacht. Wir Auslaender durften dann auch alle schoen bei der Eroeffnungszeremonie mit einlaufen. Haben extra schoene neue Sportanzuege bekomme. dunkelblaue Hosen und weisse Jacken. Sehen wir nicht gut aus? Ratet mal wo ich bin ;-) Ok, ich gebe einen Tip, es gibt nur einen Deutschen an der Uni. Und gefunden?Die Chienesische Flagge war im uebrigen schon abgeschnitten, der Wind war schuld. Sorry.
Um 10:30 war ich dann mit meinem 800 Meterlauf dran. Um es vorweg zu nehmen, ich bin nicht erster geworden. Es sind alle mittelalten Lehrer zusammen gelaufen (chinesen und Auslaender jeglicher Abteilung) und es gab einen Chinesen der von der Startlinie einfach auf Tempo losgerast ist. Da haben natuerlich alle anderen versucht mitzuhalten wodurch wir ein wahnsinns Tempo drauf hatten. Ich weis leider nicht wie viele wir genau waren, ca. 15 Laeufer. Ich bin am Ende mit einer Zeit von 2:25 Minuten als vierter ins Ziel gekommen. Ein neuer Rekord fuer mich. Bin ja eigentlich mehr der Langstreckenlaeufer. Da es so viele Menschen in China gibt werden hier die ersten sechs Plaetze ausgezeichnet. Also Punkte fuer das Fremdspracheninstitut. Der zweite Auslaender hat es als Letzter gerade bis hinter die Ziellinie geschafft wo er dann erstmal eine halbe Stunde liegen geblieben ist. Achso, wir hatten ca 25 Grad am Morgen.
Am Nachmittag habe ich mich dann noch fuer die 4x100 Meter Staffel gemeldet. Nach dem morgendlichen Lauf hatte ich ja schon ein wenig Panik davor. Kurzstrecke ist halt nicht Marathon. Was ganz schoen war, ich musste als dritter Laeufer laufen. Mein Startplatz war genau vor der Zuschauertribuene auf der die Studenten des Fremdspracheninstitutes sahsen. Das ist fuer die Studenten Pflichtprogram. An diesem Tag aber nicht fuer die Deutschlerner. Aber meine Studenten sind ja die besten und so haben sie den anderen meinen Namen beigebracht. Als ich also auf meinen Startplatz ging hatte ich meine eigenen Zuschauer. Dann kam Chris aus England auch schon angelaufen, auf der dritten Bahn. Er lag an erster Stelle, die Uebergabe des Stabes funktioniert als ob wir nie was anderes machen wuerden und meine Beine explodieren. In der Innenkurve versucht mich jemand zu ueberholen, aber ich bin schneller, dann ist auch schon die naechste Uebergabe und Mike aus England laeuft wie um sein Leben. Geschaft. In unserer Gruppe sind wir die Schnellsten. Wir koennen es kaum selber glauben. Am Ende sind wir Gesamtdritter. Wieder ein tolles Ergebniss. Bedenkt man das an der Uni durchaus Spitzensport betrieben wird.
Als ich dann am Ende des Tages in die Mensa komme, kommen die beiden alten Maenner die dort immer die Tische sauber machen zu mir und meiner Studentin (die mir den ganzen Tag gedolmetscht hat) und wollen alles ueber mich wissen und gratulieren mir zu meinen Laeufen. Aehnliche Begebenheiten hatte ich an diesem Tag einige. So wird man hier beruehmt ;-)
Ab 1. Mai hat ganz China fuer sieben Tage Ferien. Fuer mich also die Gelegenheit mal wieder raus aus Jinan zu kommen. Problem, ganz China hat Urlaub. Und in diesen Ferien fahren die Chinesen nicht nach Hause sondern in den Urlaub. Ich habe dann kurzerhand in dem Hostel in Beijing angefragt wo Nina und ich im Februar schon waren. Antwort, fuer Freunde haben wir immer ein Bett. Also, Sachen gepackt und ab in die ueberfuellte Hauptstadt. Ich kann wirklich niemandem Raten in dieser Zeit nach China zu kommen wenn er nicht alles von einer Reisegesellschaft planen laesst. Da ich ja aber die meisten Dinge schon gesehen hatte konnte ich mich ganz dem Flair dieser Stadt hingeben. Ich bin dann an einem Tag mal in den alten Sommerpalast gegangen. Dort war ich noch nicht und Ruinen ziehen mich ueberall an. Und oh Wunder, wenn man ein wenig links und rechts vom Hauptweg geht kann man wirkliche Ruhe geniessen, auch in diesen Ferien. Die beiden Bilder zeugen davon.

Ganz nebenbei habe ich dann an meinem letzten Abend noch eine neue alte Freundschaft vertieft und einer chinesischen Freundin ein wenig ihre Angst vor dem Leben und dem Leben mit einem Auslaender im besonderen genommen. Freundschaften wie wir sie kennen zu Chinesen sind selten, aber wenn sie zustande kommen ist es echt schoen.
Am Ende bin ich dann gestern mit einem der neuen Zuege in China gefahren. Die Zuege tragen den Kennbuchstaben D und sind auf der Basis des japanischen Schnellzuges gebaut. Allerdings war dann mit 160 km/h das hoeste der Gefuehle erreicht. Sie fahren auf den alten Schienen. Nun braucht man aber nur noch 3,5 Stunden von Jinan nach Beijing und hat ein westliches Klo mit all seinen Vor- aber vor allem auch Nachteilen. Weniger hygienisch. Das was mir aber am besten gefallen hat war das man nun im Wartesaal der ersten Klasse wartet (zumindest in Beijing) und im Zug die Sitze alle in Fahrtrichtung ausgerichtet sind. Das hat zwei grosse Vorteile fuer Auslaender, 1. endlich wirklich Beinfreiheit 2. dadurch das es keinen Tisch mehr zwischen zwei gegenueberliegenden Reihen gibt koennen die Chinesen auch nicht mehr ihr ganzes Picknik auspacken und dadurch ist es viiiiiel sauberer und angenehmer im Zug. Wie gesagt, Vorteil fuer die Auslaender. Achso, wer nicht Picknickt ist auch leiser. Man kann also wirklich schlafen, auch am Tag ;-)
Es gibt allerdings auch einen kleinen Nachteil. Der Zug ist ja nur auf der Basis des japanischen Bruders. Nicht der Japaner selbst. Und ueber die Qualitaet von Kopien muss ich hier ja nichts schreiben. Die Sitzflaechen sollten statt verstellbar lieber fest sein, dann haette man sie nicht staendig in der Hand wenn man versucht sie zu verstellen. Aber das nur am Rande.

So weit erstmal von hier.

Sonntag, April 22, 2007

Endlich Bilder

So liebe Freunde.
Ich habe es endlich geschafft Bilder meiner zweiten Reise welche mich nach Qingdao, Zhengzhou, Shaolin und Xi'an gefuehrt hat online zu stellen. Schaut mal weiter unten.
Viel Spass damit.

Samstag, April 21, 2007

Stuerme und andere Wuesten

Hallo liebe Blogleser(innen),

nachdem ich neulich in deutschen Nachrichten gelesen habe das dieses Jahr die Pollen frueher anfangen wie gewohnt moechte ich euch doch gerne kurz von unseren Pollen hier berichten.
Letzte Woche hatten wir hier naemlich einen waren Pollensturm. Und damit meine ich das die Luft weis vor Pollen war. Dicke, fette Weidenpollen. Drei Tage konnte man nur mit Muehe frei Atmen. In Jinancity war es nicht ganz so schlimm wie hier an der Uni. Aber so was habe ich wirklich noch nicht gesehen. Waehren die Temperaturen unter Null Grad gewesen, man haette meinen koennen der Winter ist wieder da.
Naja, nun ist der Sommer langsam da (auch in Jinan ist das Wetter nicht so wie sonst, eigentlich muesste der Somer schon laengst da sein) und hier beginnen die Menschen wieder draussen zu leben.
Was mich aber sehr erstaunt ist ein Vorgang den ich vor meinem Fenster die letzten drei Tage beobachten konnte. In ganz China versucht man durch Wiederauffortsung der Wueste einhalt zu gebieten. Nur auf dem Campus scheint man die Wueste zu lieben. *Kopf schuettel*


Dieses Bild ist vor drei Tagen entstanden. Nachdem man vor dem Haus schon eine kleine neue Wueste hergestellt hat wusste ich ja was passiert wenn die Damen mit ihren Hacken um die Ecke kommen, Also schnell die Kamera raus geholt und Foto gemacht.

Dieses Foto habe ich vorhin aus meinem Fenster gemacht. Die kleinen Haufen sind das Gras was die Tage dann noch abgeholt wird. Ich meine, schoen aufgeraeumt sieht es ja nun aus. Aber eine Miniwiese waehre mir erlich gesagt lieber als diese Wueste auf der sich kein Tier wohl fuellt.
Und dann wundern sich meine Studenten wenn ich von Igeln, Eichhoernchen, Fuechsen und anderen Tieren in unseren Gaerten berichte.

Entschuldigt bitte dafuer das ich nicht mehr soooo oft schreibe. Aber auch in China bedeutet Arbeiten das man nicht taeglich neue Dinge entdeckt ;-)
Aber es ist dennoch immer wieder spannend. Langsam mache ich Fortschritte in der chinesischen Srache. Und im Englischen rede ich (zwar immer noch mit Fehlern) inzwischen so frei als ob es neben Deustch schon immer meine Muttersprache waehre. I dream in english, german and sometimes in chinese. That's fun :-)

So weit mal wieder, euer Asmus

Sonntag, März 25, 2007

Beijing

Endlich komme ich dazu meine letzten Reiseerfahrungen zu bloggen.
Nach und nach werde ich hoffentlich auch die letzten Bilder einstellen.
Man, in diesem Semester komme ich zu nicht. I'm to busy, sorry my friends.
But Nina help me to write this beijing Blog, so you can read now :-)
xiexie Nina.

Pünktlich zum chinesischen Neujahr kam mein Schatz für zwei Wochen zu mir nach China. Genauer gesagt nach Peking, denn die Stadt sollte meine Letzte auf meiner Besichtigungstour durch China in diesen Ferien sein.
Da standen wir nun. Mitten auf dem größten Platz der Welt und staunten nicht schlecht. Nicht wegen der Größe des Tian’an men Platzes, sondern eher wegen der Leere darauf. So gut wie keine Menschen. Und das obwohl man im Vorfeld penibel darauf hingewiesen und gewarnt wurde, um das Neujahrsfest NICHT nach oder in China zu reisen, weil dann ganz China auf den Beinen sei. Also hier waren sie nicht die Chinesen. Wir also in Ruhe in Richtung verbotene Stadt geschlendert und konnten dort wundervolle Bilder machen.

Wer kann schon von sich behaupten die verbotene Stadt fast für sich alleine gehabt zu haben.
Solche Bilder mit menschenleeren Anlagen sind schon faszinierend. Wenn nicht gerade halb Beijing wegen der olympischen Sommerspiele 08 eingerüstet wäre, hätte man echt die allerschönsten Bilder machen können.
Im Tempel des Himmels am anderen Tag war dann schon etwas mehr los. Aber immer noch sehr verträglich, bedenkt man das wir uns in einer Millionenmetropole mit normalerweise tausenden von Touristen bewegen.
Was uns hier besonders gefallen hat, waren die tollen Farben. Die Dächer in grün und blau und die Verzierungen in einem leuchtenden Blau und Gold wie man es echt nur von Postkarten gewöhnt ist. Ein wahrer Himmelstempel.
Zwischendurch mussten wir dann zwei Tage Pause einlegen. Ich war schon mit einer Erkältung nach Beijing gereist, die ich dann gut erzogen wie ich bin, auch gleich mit Nina geteilt habe.
Die wohl größte Sehenswürdigkeit in China haben wir uns dann während einer unserer ruhigen Tagen angeschaut ;-)))Jaaaaa, wir waren im Ikea Beijing. Das ist doch mal eine nette Abwechslung zu all den alten Gemäuern wegen derer die Touristen so kommen. Ikea sieht im übrigen in China absolut genauso aus wie in Deutschland. Auch das Sortiment. Was wir uns nur gefragt haben. Wie sprechen die Chinesen Dinge wie Hocker Förby aus?
Außerdem haben wir uns an den folgenden Tagen noch den Beihai Park, den Sommerpalast, Konfuzius- und Lamatempel und die große Mauer angeschaut.
Die große Mauer und die Minggräber haben uns nun nicht so umgehauen. Was aber an der Reiseleitung lag. Es gibt sicher viel schönere Stellen, um die Mauer zu besichtigen.
Jedem der vor hat nach Beijing zu fahren und eine Mauertour über sein Hostel buchen möchte, kann ich nur empfehlen sich vorab genau zu informieren wo er hin möchte und dann lieber dreimal mehr im Hostel nachfragen ob man auch wirklich die gewünschte Fahrt bekommt oder ob es doch nur eine der öden Touristenfahrten ist.

Ansonsten fiel sehr viel dem Olympia-Renovierungswahn zum Opfer, so dass wir bei Konfuzius nicht viel sehen konnten.
Und vielleicht sollten einige beijinger Restaurants doch noch mal im Duden nachschlagen, was genau Vegetarisch bedeutet.
Absolut vegetarisch war aber mein Geburtstagskuchen, den das Hostel mir netterweise geschenkt hat. Inklusive einem echt lieben Geburtstagsständchen von den Mitarbeitern.


Samstag, Februar 10, 2007

Adidas oder Nike

Mit Interesse verfolge ich immer wieder Diskusionen im Internet wie die Frage welche Marke unsere Fussbal Nationalmanschaft in Zukunft tragen soll.
Mal eine Frage, ist Nike eine deutsche Marke?
Hier geht es um Milliarden Euros, das ist mir schon klar. Aber es geht auch um die Frage welchen Stand Deutschland als Wirtschaftsstandort hat. Waerend Firmen wie VW, BASF und Co ihre Technologie und ihr Wissen darueber freiwillig ihren chinesischen Partner quasie kostenfrei ueberlassen und gleichzeitig darueber in Deutschland meckern das Deutschland ja ach so teuer waere (warum kostet dann aber bitte ein VW in China genauso viel wie in Deutschland, oder warum kostet ein VAUDE-Rucksack hier exakt das gleiche wie in jedem deutschen Geschaeft, das gilt natuerlich fuer jede Marke) werden nun auch Deutsche Sommertraeume an auslaendische Firmen verkauft. Made in Germany bedeutet unter jungen Chinesen, Marken die sich hervorragend kopieren lassen.
Kurz vor meinem Abflug nach China im letzten Sommer konnte man in einem grossen deutschen Magazin als Titelueberschrift etwas ueber den gefaehrlichen chinesischen Drachen lesen. Der Chinesische Drache ist aber nicht gefaehrlich. Der Drache war und ist in China ein Symbol fuer freundlichkeit. Und das der deutsche Adler dabei ist sich die Fleugel selber zu stutzen, dafuer kann der Drache nun wirklich nichts. Man sollte den Adler und mit ihm alle Manager, Politiker und Funktionaere in Deutschland mal in eine Therapie schicken. Macht man ja sonst mit suizidgefaehrdeten Personen auch.
Und diese Meinung hoert man in China von so ziemlich jedem Auslaender der hier lebt. Also jeder ueber sein Land. Die einziegen die es anscheinend immer noch nicht einsehen wollen, sind Wirtschaftsgroessen die sich im Privatjet herfliegen lassen, sich du wunderbaren grossen neuen Industrieanlagen zeigen lassen, im fuenf Sterne Hotel uebernachten und am naechsten Tag in ihrer Heimat sich den tollen Witschaftsbericht der chinesischen Regierung durchlesen.
Und in der Zeitung ist dann wieder zu lesen, 2008 wird China Deutschland als Exportweltmeister abloesen.
Da frage ich doch, wie, erst 2008? China hat eine Gebiets- und Einwohnergroesse bei der man eigentlich schon laengst damit rechnen konnte. Zumal bei der Unterstuetzung durch auslaendische Firmen und Regierungen.
Nein, ich und alle anderen Auslaender hier haben keine angst mehr vor dem chinesischen Drachen. Wenn man vor etwas angst haben muss, dann vor der Blindheit und Falschinformation im eigenen Land.
Die deutsche Nationalmanschaft ist auch und vor allem ein Representant Deutschlands im Ausland. Und genau aus diesem Grund sollte sie weiterhin Adidas tragen. Auch wenn unsere Stars dann nicht ganz so viele Millionen vom DFB bekommen koennen.

Sorry, diesen Beitrag konnte ich mir nun nicht mehr laenger verkneifen.

Meine Reise nach Shaolin

Am 24.01. habe ich mich auf meine zweite Reise innerhalb Chinas aufgemacht. Ziele: Qingdao mit seiner deutschen Vergangenheit, Zhengzhou als Ausgangspunkt für einen Besuch im Shaolintempel und Xi’an – berühmt für die Terrakotta Armee.
Das Abendteuer fing in Jinan schon an. Auf meinem Ticket stand Sifeng und nicht Qingdao, angeblich ist das aber so richtig. Als ich in Qingdao, Sifeng ankomme sehe ich bald was es damit auf sich hat. Derzeit ist der ganze Nordosten im Olympiafieber und Qingdao ist Austragungsort für die Segelwettbewerbe. Ist doch logisch das die dann einen neuen Bahnhof brauchen. Und in china werden nur ganze Sachen gemacht. Dort wo eigentlich der Hauptbahnhof von Qingdao ist gähnt derzeit noch ein riesiges Loch. Sifeng ist ein Vorortbahnhof und heillos überfordert mit den ganzen Reisenden.
Qingdao ist eine Mischung aus deutschen Kolonialüberresten, hässlichen chinesischen Hochhäusern wie man sie in China überall findet und den neuen Versuchen im alten angedeutschten Stil zu bauen. In zweieinhalb Tagen habe ich genug Zeit um mir so ziemlich alles anzusehen. Qingdao lädt ein zu Fuß erkundet zu werden. Auch wenn die Stadt auf lauter kleinen Hügeln gebaut ist kann man alles sehr schnell erreichen. Strand, kath. und ev. Kirche, Underwaterworld, Tsingtao-Brauerei, und die unzähligen Aussichtsmöglichkeiten auf jedem Hügel. Allerdings sollte man Qingdao im Sommer besuchen, wenn man kein Freund von kaltem Seewind ist. Der Winter ist wirklich nur für erfahrende Küstenbewohner zu empfehlen.

Dann im Schlafwagen weiter nach Zhengzhou. Wenn ich nicht gerade in den Shaolintempel gehen wollen würde, könnte ich sofort in den Zug weiter nach Xi’an steigen. Zhengzhou ist alles andere als eine attraktive Stadt. Laut, dreckig, hektisch und so gar nicht nach meinem Geschmack. Das Hotel welches ich ausgewählt habe wurde vom Reiseführer ‚LET’S GO’ empfohlen. Allerdings sollte man wirklich den Rat befolgen und nach einem Zimmer nach hinten raus fragen. So habe ich zwei sehr unruhige Nächte. Das kommt davon wenn man nicht hören will ;-)
In Zhengzhou kann ich auch zum ersten Mal meine Chinesischkenntnisse überprüfen. Weder im Hotel noch sonst irgendwo treffe ich englischsprechende Personen. So viel sei verraten, ich muss noch eine Menge lernen. Aber am nächsten tag geht es mit einer chinesischen Reisegruppe nach Shaolin. Dem Ort mit dem für mich irgendwie alles angefangen hat was China betrifft. Denn ohne Taiji und Kungfu währe ich nun nicht hier. Shaolin ist Disneyland für Karussellmuffel. Und man hört an diesem Satz schon meine Enttäuschung. Ich war ja auf so manches gefasst, aber nicht auf das. Alles ist schön und sauber, am Eingang gibt es einen großen Eingangsbereich mit mehr als einem dutzend Souvenirshops. Das ganze Areal von Shaolin ist weiträumig umzäunt und man kommt sozusagen in einen Shaolinpark der den Pagodenwald, den Tempel, das Trainingszentrum und ein paar kleinere andere Anlagen umfasst. Auf dem ganzen Gelände fahren Sammelwagen herum so das man auch nicht zu Fuß laufen muss (wenn man nicht möchte). Und bis auf ein paar ausländische Touristen die wahrscheinlich wie ich in China leben und nun frei haben tummeln sich nur Chinesen hier die es alles sehr lustig finden. Es werde faxen gemacht, Mönche zu unmöglichen Fotoaufnahmen gebeten und alles in allem hat es nichts mit dem zu tun was man eigentlich als Kampfkünstler hier sucht. Am Rande, Shaolin ist ein Kloster in dem wirklich Mönche leben und arbeiten, und nun stellt euch das mal in einem kath. Kloster in Deutschland vor. Vielleicht ist das anders wenn man mit einem Verein aus Deutschland anreist. Alleine kann ich das niemandem empfehlen. Sorry.

Dann geht es weiter nach Xi’an. Die alte Hauptstadt Chinas und Fundort der Terrakotta Armee. Ich komme am Abend um ca. 19:30 Uhr an. Vor dem Bahnhof tummeln sich so viele Menschen wie überall in China. Aber ich traue meinen Ohren nicht. Ich bin ja nun schon einiges gewöhnt aber das ist echt unheimlich. Ich höre nichts! Keine Autos die hupen, keine Menschen die herum rufen, nichts! Es ist absolut still. Ich fange an mit mir selber zu reden nur um zu sehen ob auch alles mit meinen Ohren in Ordnung ist. Xi’an ist das absolute Gegenteil von Zhengzhou. Leise, sauber und irgendwie aufgeräumt. Was ich leider auch feststellen muss, die Stadt ist weitläufiger als die Pläne die ich kenne vermuten lassen. Und so laufe ich und laufe und komme einfach nicht an der Jugendherberge an. Aber wie schon mein erster Eindruck werde ich auch beim Befragen eines Kioskbesitzers wieder angenehm überrascht. Er malt mir alles schön auf ein Papier auf und erklärt mir im superhöflichem Ton wo ich hin muss und wie weit es noch ungefähr ist. Nach insgesamt einer dreiviertel Stunde komme ich endlich an. ‚Haben sie reserviert?’ Nein, habe ich natürlich nicht. Ist doch noch gar nicht Hauptreisezeit. Weit gefehlt. In Xi’an ist immer Hauptreisezeit. Aber ich habe Glück und bekomme für einen Sonderpreis ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Und der Preis von 8 Euro pro Nacht ist echt gut, ein wenig kenne ich mich ja nun schon aus. Xi’an ist eine Stadt in der man es gut und gerne eine Zeitlang aushält. Es liegt so hoch das man sich nicht wundern muss wenn man am Anfang ein wenig müde ist. Aber die Luft ist gut und wie gesagt, es ist super ruhig, auch am Tage. Am zweiten Tag fahre ich mit einer Gruppe bestehend aus zwei Amerikanern, zwei Mexikanern, einer Engländerin und einer englischsprechende Reiseleiterin zur Terrakotta Armee. Es ist schon beeindruckend das mal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Und dank der hervorragenden Reiseleitung habe ich so viele neue Dinge über die Anlage und ihre Geschichte gelernt, dass man echt nur staunen kann.
Insgesamt bleibe ich fünf Nächte in Xi’an. Die anderen Tage gehen für Besichtigungen der großen Wildgans Pagode, der Stadtmauer (die größte erhaltene in ganz China), der großen Moschee und vielen kleineren interessanten Ecken drauf. Für alle Outdoorfans noch der Hinweis, nirgends in China findet man eine so große Dichte an Outdoorequpiment Geschäften wie in Xi’an. Und ich meine wirklich viele. Ich habe alleine fünf in einem einzigen Stadtteil gefunden und war nicht mal in der Straße die für die Läden berühmt ist. Und die verkauften Marken und Artikel lassen keinen Wunsch offen, ich weis ja wovon ich spreche ;-)

Nach dieser Tour habe ich nur eine Befürchtung. Europa wird mir sehr sehr klein vorkommen. Versucht doch mal in Deutschland einen Schnellzug in Richtung Westen zu nehmen der 17 Stunden unterwegs ist. Dann fällt mal in den Atlantik, in China hat man nicht mal annähernd die Hälfte des Landes durchquert. Und das gilt hier so ziemlich für jede Richtung. Ausgenommen von Jinan aus in Richtung Osten, da liegt Südkorea und Japan :-)

Reisebilder - Qingdao, Zhengzhou, Shaolin, Xi'an

Hier gibt es nun ein paar Impressionen von meiner zweiten Reise. Wie gesagt war ich alleine Unterwegs und beim Durchschauen der Bilder musste ich feststellen, so schlecht war die Reise dann doch gar nicht. Ich glaube, ich habe eine Menge erlebt und kennen gelernt.
Ich werde die Bilder weitestgehend unkomentiert lassen, nur kurz dazu schreiben wo und was es ist.

World of Tsingtao, das spricht fuer sich ;-) Gebaude ist im uebrigen von 1908 und damit von den Deutschen erbaut worden. Es gibt insgesamt zwei Gebaude die noch original erhalten sind auf dem Brauereigelaende.


Abendimpressionen am Strand von Qingdao. Man bekommt bei Ebbe dann auch so richtig Heimatgefuehle.


Einzige Sehenswuerdigkeit in Zhengzhou.


Pagodenwald im Shaolinpark.


Muss ich hier wirklich was dazu schreiben?


Moderne Art von Shaolin Wushu ;-)




Die Reise nach Westen. Eine der beruehmtesten Geschichten in China. In Xi'an ist man mehr als stolz auf diese Geschichte. Und dieser Moench ist nach Indien gegangen.


Die grosse Wildganspagode.


No comment.




Die einzige vollstaendig erhaltene Stadtmauer in China steht in Xi'an.


Drumtower bei Nacht. Ja, es ist wirklich so schoen in Xi'an.


Die grosse Moschee von Xi'an, Minarette sucht man vergebens aber der Park drum herum laed zum Seele baumeln lassen ein. Leider ist das Gebaeude zu gross fuer meine Kamera, deswegen hier nur ein Bild vom Haupteingang der Gebetshalle.

Hinweis: Alle Bilder sind wirklich von mir selber gemacht worden. Insgesamt habe ich ca. 500 Bilder in diesen vier Stationen gemacht. Digicam laesst gruessen :-)

Mittwoch, Februar 07, 2007

Reisebericht aus dem Urlaub, Shanghai und Co.

Meine erste Reise innerhalb von China hat mich nach Shanghai geführt. Shanghai, berühmt berüchtigt für den Boxeraufstand, berühmt für seine Skyline, neben Dubai die derzeit am schnellsten wachsenden Metropolen dieser Erde.
Nachdem uns (ich war mit einer Studentin einer anderen Uni unterwegs) der Nachtzug in 9 Stunden nach SH gebracht hat, kamen wir um ca. 7:30 im Captain’s Hostel direkt am Bund an. Dann erstmal ein kleines Frühstück, warme Dusche und ein wenig Wasser für den Tag gekauft und schon kann es losgehen. Shanghai!
Wow, nun waren wir also da. Leider das Regenwetter auch, einen Tag zuvor war noch Sonne da. Was tun bei so einem Wetter. Erstmal loslaufen, wir sind die ersten an diesem Tag am Bund. Ist schon toll zu wissen welche Geschichte dieser Teil der Welt hinter sich hat und nun läuft man hier so rum und genießt die Ferien. Naja, irgendwie ist es auch gar nicht so umwerfend. Man hat sich das viel aufregender vorgestellt. Liegt wohl auch daran das die Skyline von Pudong im Nebel liegt. Aber wir lassen uns den Tag nicht vermiesen und gehen in Richtung ‚old China District’. Hier gibt es nur noch wenige wirklich alte Häuser. Das meiste was man zu sehen bekommt sind nett rekonstruierte Häuser im alten Stil. Dennoch bekommt man eine Ahnung von dem wie es mal ausgesehen haben könnte. In dieser Stadt kein leichtes Unterfangen.
Am zweiten Tag machen wir einen Abstecher nach Suzhou. Ein chinesisches Sprichwort sagt „Oben ist der Himmel, auf Erden sind Suzhou und Hangzhou“. Das wollen wir überprüfen. Leider haben wir irgendwie die regenreichsten Tage im Jahr erwischt. Es ist kalt und nass und gar nicht so paradiesisch. Erst schauen wir uns die Nordpagode an und dann suchen wir uns den Weg in die so gepriesende Innenstadt mit ihren in ganz China berühmten Gärten. Leider finden wir die Gärten nicht und da wir auch am Abend noch eine Verabredung in Shanghai haben, haben wir auch nicht genug Zeit sie zu suchen. Alles in allem sind wir von Suzhou eher enttäuscht. Am nächsten Tag wollen wir uns Hangzhou anschauen. Mal sehen, ob dort das Paradies auf Erden zu finden ist.
Abends haben wir uns dann mit einem Architekten von ‚Arquitectonica’ und seiner Frau getroffen. Für alle arbeitslosen und Designfreudigen Architekten der Hinweis: einfach nach Shanghai fahren mit CV unterm Arm und schon habt ihr Arbeit.
Am nächsten Tag also auf nach Hangzhou und siehe da, auch ohne Sonne haben wir das Paradies gefunden. Hangzhou ist sauber, ruhig, grün und der absolute Kontrast zu Jinan. Eine Stadt für Urlaub und Seele baumeln lassen.

Selbst das Gras darf in Hangzhou in Ruhe wachsen :-)
Der vierte Tag ist dann noch mal für Shanghai eingeplant und auch ohne die beste Sicht fahren wir an diesem Tag auf den Pearltower hoch. Immerhin der dritthöchste Fernsehturm der Welt und der höchste in Asien. Das muss man mal gemacht haben.
Abends ging es dann weiter nach Nanjing wo wir uns noch einen Tag umschauen wollen. Angeblich gibt es hier ja nur Kriegerdenkmäler, aber wir haben dann neben dem Konfuziustempel auch noch ein paar andere schöne Dinge dort gefunden.


Alles in allem war die Zeit natürlich viel zu kurz, aber erstens will ich ja noch mehr sehen in diesen Ferien und zweitens war das Wetter auch nicht wirklich nach Sightseeing.
Am 24.01. habe ich mich alleine nach Qingdao, zum Shaolinkloster am Songshan und zur Terrakottaarmee in Xi`an aufgemacht. Ich halte euch auf dem laufenden.

Sonntag, Januar 14, 2007

am Bahnhof

Letzte Woche war ich mit einem Studenten im Bahnhof um mir mal die Besonderheiten eines chinesischen Bahnhofes erklären zu lassen. Dort hatte ich dann mein erstes Zuhauseerlebnis in Jinan.
Da war ein Afrikaner (aus Kamerun) der mit einigen Polizisten und Chinesen wild am diskutieren war. Ich bin da hin und habe gefragt ob ich helfen kann. Habe ihm erzählt dass ich hier in Jinan als Lehrer arbeite und der Chinese bei mir einer meiner Studenten sei und was denn das Problem ist. Er wollte ein Ticket für heute nach Südchina kaufen und die Chinesen haben ihm erzählt dass es keine Tickets mehr gibt, was er aber nicht glauben konnte. Ich habe ihm dann erklärt dass es durchaus die Wahrheit ist, das er viel zu spät sei. Naja, ein Polizist hat dann noch die Möglichkeit gesagt dass er einen Stehplatz kaufen kann (das bedeutet für ihn ca. 20 Stunden stehen oder hocken). Da er aber unbedingt in den Süden muss, hat dort einen Termin, hat er das dann gemacht. Wir haben dann noch die eMailadressen ausgetauscht. War echt schön, denn ich hatte zum ersten Mal das Gefühl hier ein Stück zuhause zu sein. Ich konnte einem Ausländer in "meiner Stadt" ein wenig weiter helfen und das Gefühl geben das er nicht ganz der Willkür der Chinesen ausgeliefert ist. Ich habe hier weis Gott keine Heimatgefühle, aber an dem Tag hatte ich zum ersten Mal das Gefühl China ein wenig besser zu verstehen.

Leider ist seit dem Seebeben ende letzten Jahres das Internet von China nach Europa so langsam das man das Gefuehl bekommt zu Fuss schneller in Europa zu sein. Aber ich versuche denoch weietr hier mehr oder weniger regelmaessig zu schreiben.

Heute Abend geht es erstmal fuer ein paar Tage nach Shanghai und umzu um ein wenig Urlaub zu machen. Danach habe ich bestimmt wieder einiges zu erzaehlen :-)

Samstag, Dezember 30, 2006

China – Kurios

Weihnachten und Neujahr in China.

Wie ich aus den deutschen Internetmedien entnommen habe ist in China ein heftiger Streit ausgebrochen, ob man nun Weihnachten feiern sollte oder nicht.

Und während Deutschland sich noch über die Chinesen wundert, sind meine Studenten enttäuscht weil ich Heilig Abend lieber mit den anderen Ausländern verbringe als eine zweistündige chinesische Studentenparty über mich ergehen zu lassen.

Weihnachten ist dann für mich schon am 23.12. angefangen. Am Samstag hatte ich eine nette kleine Feier mit einer handvoll meiner Studenten. Wir haben deutsche Weihnachtslieder gesungen, warmes Wasser getrunken und dazu leckere Plätzchen aus Deutschland (dank an meine Familie) gegessen. Am 24.12. gab es dann ein gemütliches vierstündiges Abendessen mit den anderen ausländischen Lehrern zusammen. Und am 1. Weihnachtstag habe ich mich einfach nur ausgeruht. Eigentlich war der Montag ja ein Arbeitstag, aber dank meines Arbeitsvertrages hatten die Studenten dann auch mal zwei Sonderstunden frei.

Alles in allem ist Weihnachten in China ein genauso kommerzielles Fest wie in allen Teilen dieser Erde. Ob das nun ein paar chinesische Professoren wollen oder nicht. Wie sagten meine Studenten dazu so schön? „da wollte mal wieder jemand berühmt werden und hat etwas geschrieben was keinen wirklich interessiert“.

Neujahr
Das ist nun wirklich spannend. Die Chinesen feiern das westliche Neujahr nicht. Neujahr ist gleich Frühlingsfest und das ist bekanntlich jedes Jahr an einem anderen Tag. Dieses mal am 18. Februar. Aber warum haben dann die Studenten vom 1.01. bis einschl. 3.01. frei? Diese Frage konnte mir bisher niemand beantworten. Und das schönste an der Geschichte, der ausfallende Unterricht muss dann am Wochenende vorgezogen werden. Bedeutet für mich, dass ich am Sonntag nun den Unterricht vom Mittwoch geben muss. Das soll mal einer verstehen…….

China – Kurios eben, ich halte euch auf dem Laufenden ^_^

Sonntag, Dezember 24, 2006

Frohe Weihnachten

Ich wuuensche allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest.

Hier hat Weihnachten fuer mich schon gestern angefangen, also 1,5 Tage vor der deutschen Weihnacht. Wieso weshalb und warum werde ich alles zwischen den Jahren posten. Jetzt bereite ich mich erstmal auf das zweite Weihnachtsfest von dreien vor :-)

Alles Liebe aus Jinan/China
Asmus

Freitag, Dezember 01, 2006

Winter

Hallo aus dem winterlichen Jinan.
In Deutschland beginnt nun die ‚besinnliche’ Zeit. Es werden wieder die Türchen von den Adventskalendern geöffnet, die Menschen gehen auf die Weihnachtsmärkte und überall scheinen Lichter in den Fenstern.
Pünktlich zu dieser schönen Zeit ist bei uns der Winter mit Morgenreif und Nebel eingezogen. Die Heizung und das Internet sind ausgefallen und in den Wasserleitungen ist der Druck auf ein Minimum abgesunken.
Wie ihr seht geht das Internet wieder und inzwischen habe ich mir den zweiten Teil meiner Klimaanlage erklären lassen, so dass es nun langsam wieder warm wird. Die Heizung und der Wasserdruck sind aber immer noch nicht wieder in Ordnung.
In meinem Stammsupermarkt gibt es seit heute kitschige Weihnachtsdeko zu kaufen und aus den Lautsprechern dröhnt die ganze Zeit irgendwelche oberkitschige Weihnachtsmusik. Tja, ihr seht. Die Chinesen kopieren einfach alles, und gerade bei Musik sind meine Studenten dann immer ganz überrascht wenn ich ihnen sage wo das Original herkommt.
Aber es gibt hier natürlich auch Originale. Oder wusste jemand in Deutschland das Jackie Chan nicht nur ein guter KungFu-Kämpfer, sondern auch ein recht guter Sänger ist? Und das er eine eigene Modelinie und Kosmetikserie hat? Ein echter Superstar in China.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen ersten Advent und eine besinnliche Zeit.

Samstag, November 25, 2006

Zoo und erfreulichere Dinge

Hallo liebe Leserschaft,

nun bin ich gute zwei Monate in Jinan und möchte euch mal wieder ein kleines Feedback der letzten Tage geben.
Erstmal, hier hat nun auch der Winter Einzug gehalten. Draußen ist es kalt und regnerisch und in den Wohnungen und Vorlesungssälen sind die Heizungen an, meistens zumindest.

Letztes Wochenende bin ich dann endlich mal im Zoo von Jinan gewesen. Das hatte ich schon länger vor, aber als es noch warm war hatte ich nie Zeit. Naja, hat auch sein gutes wenn es etwas kühler ist, es ist nicht so überlaufen. Da ich ja schon einiges über die Tierliebe ;-) der Chinesen gelesen hatte und auch schon auf Sri Lanka im Zoo war hatte ich mit einigem gerechnet. Aber das war dann echt zuviel für mich. Nur so viel, wenn jemand gute Kontakte zum WWF haben sollte, dann haut denen mal auf die Finger das die ihre Mails auch beantworten. Sonst brauchen wir nämlich keinen Tierverein wenn die nicht mal antworten können. Oder schickt eine eMail an info(at)wwf.de

Naja, es gibt zum Glück auch schöne Sachen zu berichten. So unterrichte ich eine der aktivsten Studentengruppe an der Uni was Studentenvereinigungen betrifft.
Am letzten Donnerstag war hier ein nationaler Uni-Tanzwettbewerb im Hiphop und Breakdance an der Uni. Nur die besten Gruppen aus ganz Nordchina durften teilnehmen. Die Uni Jinan hatte den Wettbewerb die letzen drei Jahre gewonnen und durfte so den Wettbewerb hier austragen. Eigentlich gab es keine Karten mehr (Nordchina ist groß), aber wie gesagt, meine Studenten sind in fast jedem Orgateam vertreten und so konnte ich doch hin. Und was ich da an Gruppen aber auch an Organisation drum herum gesehen habe war echte Spitzenklasse. Leider konnte ich aufgrund der Lichtverhältnisse nur Filme drehen (keine Bilder im Netz) aber wenn jemand Interesse daran hat, ich komme ja nächsten Sommer wieder nach Deutschland.

Ansonsten schlage ich mich weiter mit der für mich doch sehr ungewohnten Art des Unterrichts herum. So muss ich ständig aufpassen was ich sage und wie und welche Themen ich anspreche damit nicht eine politische Diskussion daraus wird. Selbst gestern als ich über Musik in Deutschland geredet habe (und vor allem vorgespielt) gab es von einer Politikbesessenen das doch bestimmt die klassische Musik zu dem Film Romeo und Julia auf Chinesisch tausendmal besser wäre als alles was ich auf meinem Notebook habe. Wohl bemerkt, der Film ist wie alle wissen nicht chinesisch und die Studentin hat nicht mal eine Ahnung von dem was ich noch so alles an Musik auf dem Rechner habe. Sie ist aber mein politisches Gewissen in dem dritten Semester. Bei jedem Thema.
Und eine Zusammenarbeit mit den anderen Lehrern ist leider auch nicht gewünscht, und so mache ich hier irgendwie mein Ding und bringe den Studenten die es wollen so viel wie möglich über Deutschland und Europa bei. Chinesischer Alltag :-)

Sonntag, November 12, 2006

Kuriositäten in Jinan

Gestern war ich eingeladen mit einem chinesischen Lehrer und einer unsrer Studentin zu einem Tanzwettbewerb im Jinan Regionalfernsehen zu gehen. Eine andere Studentin von uns hat daran teilgenommen.
Es war so ein wenig wie Jinan sucht den Superstar nur auf einem viiiiiiel schlechteren Niveau. Da wünscht man sich echt den Kübelböck zurück. Obwohl die meisten eigentlich ganz gut waren, es war mehr die Nichtorganisation drum herum. Ein chinesisches Chaos sondergleichen. Aber nach Aussage meiner Begleiter durchaus normal.

Es haben alle Altersklassen mitgemacht, von ganz klein bis ganz alt und es war auch egal was man macht, Hauptsache zu Musik bewegen. So gab es zum Beispiel ein paar Leute die Aerobic auf Wettkampfniveau gezeigt haben oder auch ein Paar das bestimmt professionell Lateintänze macht. Die meisten haben aber Straßentanz (z.B. Brakedance) zu amerikanischer Musik gezeigt. Meine Studentin war in der anderen starken Gruppe, die der Bauchtänzer. Hier ist irgendwie alles modern was aus dem Ausland kommt. Und so habe ich gestern auch viel türkische Musik gehört. Um es vorweg zu nehmen. Die Studentin ist leider nicht weiter gekommen.
das auf dem Bild ist sie im uebrigen auch nicht, ihren Auftritt habe ich nur gefilmt, weswegen ja am Ende (siehe unten) auch der Speicher voll war :-(


Naja, es waren insgesamt 4 mal 10 Starter (Einzelpersonen und Gruppen) und in der letzten Gruppe traue ich meinen Ohren nicht. Da tritt eine Gruppe von ca. zehn Tänzern und Tänzerinnen auf und zwar ganz in schwarz gekleidet mit goldener Boa um die Hüfte und tanzen irische Volklore zu dem Lied „Deutschland“ von den Prinzen.
Und die Menge hättest ihr mal sehen müssen. Fast alle haben versucht mitzusingen. Leider hatte meine Kamera keinen Speicherplatz mehr. Aber wer konnte so etwas ahnen. Kleine Erklärung am Rande, das Deutschlandlied wurde während der WM in China als Titelmusik für die Liveübertragungen im Staatsfernsehen benutzt.
Und als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, haben die am Ende noch als Sendungsabspann wieder das Deutschlandlied gespielt. Wie gesagt, alles Live im Regionalfernsehen von Jinan TV.


Bei Deutschlandlied fällt mir noch etwas ein.
Das Bild über die Deutschen ist in China, zumindest hier in Shandong ausgezeichnet. Was nicht zuletzt an der Politik von Herrn Schröder, an VW und Audi und vor allem aber an der Fußball Weltmeisterschaft 06 liegt. Gott sei dank verstehen die Chinesen ja den Text vom Deutschlandlied der Prinzen nicht ;-)

Heute habe ich dann wieder einen meiner Sonntagsspaziergänge durch die Straßen von Jinan gemacht und folgende Figur gefunden. Jaja, die Chinesen lieben ihr Handy sehr

Samstag, November 11, 2006

was ganz anderes

Guten Mittag ihr da draußen.

Nachdem ich die letzten Tage durch eine Erkältung ein wenig aus der Bahn geworfen wurde bin ich nun fast wieder ganz fit und möchte ich mich nun mal hier wieder melden.

Zuerst mal eine schöne Nachricht, die gar nichts mit China zu tun hat und die im Rest der Welt wahrscheinlich gar nicht so neu ist. Aber Cat Stevens macht unter seinem neuen (so neu ist der nun auch nicht mehr) Yusuf Islam wieder Musik und zwar genauso gut wie eh und je. Wer mal rein hören will kann das unter www.yusuf-islam.de tun.

Und was gibt es neues in China? Eigentlich gar nichts. Seit meinem letzten Ausflug ins Rotblättertal habe ich nichts groß unternommen. Auch wegen meiner Erkältung. Aber ich bin hier ja auch zum Arbeiten und nicht nur zum Tourist spielen

Ich lege mal noch ein paar Impressionen aus Jinan in Form von Bildern mit in den Blog.
Sollte euch im uebrigen das Eine oder Andere Bild naeher interessieren, dann bitte kurz bescheid geben und ihr koent eine etwas groessere Datei per email bekommen. Bilder wie die Skyline oben werde ich in Deutschland warscheinlich auch mal in richtig gross ausdrucken. Also Posterformat. Wer an sowas Interesse hat bitte auch melden. Es wird auch das Eine oder Andere traditionelle Bild in Posterformat dabei sein :-)

Dienstag, Oktober 31, 2006

Halloween

Liebe BlogleserInnen,

der Oktober neigt sich dem Ende und ich möchte die Zeit nutzen um einen kurzen Rückblick auf die letzten Tage zu werfen.

Während in Europa und Amerika heute Halloween gefeiert wird (mal mehr, mal weniger ;-) haben wir das hier schon am letzten Samstag gemacht. Tja, ich bin hier halt am Fremdspracheninstitut und da muss man halt auch die fremden Feste feiern. Das die meisten Studenten später nach Europa wollen und dort Halloween gar keine Tradition mehr hat ist dabei nur Nebensächlich.

Als erstes wurden alle Ausländer (Lehrer und Studenten) der Universität Samstag morgens um 7:00 Uhr in einem Bus zum zwei Stunden entfernten Tempel von Mengzi gefahren. Mengzi ist einer der großen alten Philosophen derer man sich hier mit steigendem Stolz wieder erinnert. Zum ersten Mal in meiner Zeit in China sehe ich wirklich alte Architektur. Herrlich. Auch wenn man ehrlicher weise sagen muss das nur drei Gebäude von der ganzen Anlage die Kulturrevolution überlebt haben. Der Rest wurde aber sehr gut wieder aufgebaut so dass man nun nach einigen Jahren den Unterschied zwischen Alt und Neu kaum noch sieht.

Abends hatte dann die Studentenvertretung des Fremdspracheninstitutes eine Halloweenparty im Chinesischen Stiel organisiert.
Man stelle sich das ungefähr so vor. Ein großer Saal, auf der einen Seite sitzen einige Studenten, auf der anderen Seite stehen Stühle für die ausländischen Lehrer mit kleinen Tischen davor. Die meisten anderen Studenten müssen am Rand stehen. Als wir Lehrer eintreffen gibt es einen großen Applaus und wilde Rufe von allen Seiten sobald ein Student seinen Lehrer erblickt. Als wir uns gesetzt haben bekommen wir Wasser gereicht, Mandarinen und jede Menge Süßigkeiten (es ist ja Halloween). Nachdem wir uns an die merkwürdige Situation gewöhnt haben in der wir uns nun befinden wollen wir aber auch ein wenig europäische Partystimmung und fragen ob es nicht auch Bier gibt. Leider nicht. Also zwei von uns runter in den Supermarkt und Rotwein und Pappbecher gekauft. Die Party kann beginnen. Und Party bedeutet das es einige Vorführungen gibt, wir als Lehrer kommen natürlich auch nicht drum herum. Da wir aber nichts von unserem Glück im Vorfeld wusten müssen wir improvisieren. Wir singen ‚we will rock you’ und noch so ein zwei Lieder die uns gerade einfallen. Nicht gerade einfach wenn man bedenkt das dort eine Gruppe aus Franzosen, Engländern, Amerikanern und mir als Deutschen steht. Aber wir haben uns wacker geschlagen und als wir später noch eine Tanzeinlage dargeboten haben war uns das Tagesgespräch am Sonntag gewiss.
Nach einer Stunde war der Spuck vorbei und alle sind in ihre Wohnheime gegangen. Alle? Nein nicht alle. Wir Lehrer haben den Abend hier erst begonnen ;-)


Am Sonntag bin ich dann wieder früh, zu früh nach einer durchtanzten Nacht, aufgestanden um mit den Französischlehrern und einer Handvoll unserer Studenten ins Rotblättertal zu fahren. Das Tal ist für seine roten Blätter (rot ist die absolute Glücksfarbe in China) im Herbst über die Grenzen von Jinan hinweg bekannt. Und wir hatten schönstes Wetter. Hier alles zu erzählen würde den Rahmen sprengen, ich hänge lieber ein paar Fotos mit an.


Samstag, Oktober 21, 2006

Foreign Expert Cartificate

Seit gestern bin ich ganz offiziell ausländischer Experte.

Ich habe gestern mein ‚Foreign Expert Cartificate’ bekommen, so was wie einen Ausweis für ausländische Fachleute in China. Er ist sozusagen mein Chinesischen Personalausweis.
Ob das irgendwelche Vorteile hat weis ich nicht, aber auf jeden Fall darf ich nun ein Jahr in China bleiben ohne mich ständig irgendwo melden zu müssen. Ich bin nun ein ausländischer Chinese vom Gesetz her.


Noch ein paar Fakten:

Junge Chinesen haben so viel mit Taiji und Teezeremonie zu tun wie deutsche Jugendliche mit Kukuksuhren. Zumindest in Jinan.


Die Stromversorgung in der Stadt ist kein Problem (220 V) und das System der Glühlampen ist dasselbe wie in Deutschland. Und die kommen auch hier meistens von Osram oder Phillips.

Die Aufzüge werden oft von Ottis geliefert und der Baumarkt um die Ecke läst keinen Handwerkertraum offen. Egal ob es sich um gute Boschmaschinen (hier sogar mal die deutsche Variante) oder einfach um Baumaterial handelt, vom Bodenbelag über Duschwannen, über Türblätter hin zum Ziegel gibt es einfach alles.

Die Chinesen sollen ja angeblich überall und immer Spucken, dem muss ich zum Glück widersprechen. Das kommt hier auch nicht häufiger vor als in Deutschland, was hier aber fast schon ein Wunder ist bei der dreckigen Luft von Jinan.

Und auch das Vorurteil mit dem Rauchen muss ich widerlegen. Wenn ich als Nichtraucher nach einem Monat von nicht einer Situation berichten kann wo ich mich von Rauchern belästigt gefühlt habe, spricht das wohl für sich in einer Millionenmetropole.

Donnerstag, Oktober 19, 2006

erster Monatsrückblick

Hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Monatsrückblick.

Ja ja, so lange ist das nun her das ich chinesischen Boden zum ersten Mal betreten habe und seid dem ist viel passiert.

Ich erlebe hier täglich neue Dinge. Heute erst habe ich gelernt wie man in China seine Telefonrechnung bezahlt. Man geht einfach irgendwann mal zum entsprechenden Counter seines Telefonanbieters, zeigt seine Telefonnummer und bekommt dann seine Abrechnung die man dann bezahlt. Gott sei dank gibt es einen Schalter meines Telefonbetreibers auf dem Campus, man muss ihn nur finden.

Sehr typisch für China ist es im Übrigen auch ein Handy zu haben und auch in jeder Lebenssituation zu benutzen. Werden in Deutschland die Handys zwischendurch mal ausgemacht so sind sie hier immer und überall dabei. Sehr schön ist das am Abend zu beobachten, wenn sich auf dem Campus die Pärchen im Grüngürtel treffen und überall die Handys leuchten. Hat so ein wenig von sehr sehr hellen Glühwürmchen ;-)
Sehr zum Leidwesen meiner Studierenden weigere ich mich weiter ein Handy zu kaufen. Habe ja Festnetz, das muss wie auch schon in Deutschland reichen.

Vielleicht mal etwas zum Wetter hier. Obwohl wir auf der Höhe von Nordafrika sind bereitet sich die Natur auf Grund der schräg stehenden Erdachse auf den Winter vor. Heißt, das genau wie in Deutschland hier die Bäume ihre Blätter abwerfen und sehr zu meiner Freude gibt es hier auch richtig starken Wind. Und wenn einige Leute Recht behalten, sollen wir sogar ein wenig Schnee bekommen. Derzeit haben wir es tagsüber allerdings immer noch locker über 25 °C.

Meine Sprachkenntnisse machen leider nur kleine Vorschritte, ich spreche dafür einfach zu viel deutsch und englisch. Aber ich bekomme nun auch Unterricht und so hoffe ich doch bald mal ein wenig mit den Studierenden reden zu können.


So viel für heute, das meiste des letzten Monats steht ja in den anderen Beiträgen. Sollten im Übrigen irgendwelche Fragen auftauchen, dann immer raus damit. Ich versuche alles zu beantworten. Auf den nächsten Monat.

Chinesen lieben im uebrigen Fassaden. Wen mag da noch das Chiarestaurant um die Ecke verwundern das sich ein anscheinend verspieltes Portal um den Eingang baut.

Dienstag, Oktober 17, 2006

Romantik

Gestern im Unterricht des dritten Semesters gab es eine Abwechslung die man auch in China nicht alle Tage erlebt und in Deutschland ist es glaube ich ganz aus der Mode gekommen. Wenn es überhaupt jemals Mode war.

Aber von vorne.
Ich mache also so meinen Unterricht und rede mit den Studierenden über dies und das. Auf einmal sehe ich aus dem Augenwinkel das irgendjemand vor der Tür versucht mit mir Kontakt auf zu nehmen. Ich also hin zu Tür und davor steht ein junger Chinese der mir nicht bekannt ist. Er fragt mich ob ich im helfen könne. Ja klar, worum geht es denn?
Ich stehe echt ein wenig unbeholfen da, weil ich nicht weis ob es einen streit irgendwo gibt oder sie in ein Seminarraum nicht rein kommen.
Er möchte diese Blumen übergeben weil er einer Frau sehr wehgetan hat. Ein Blumenbouquet wie es normalerweise in Märchen vorkommt. Schöne lange rote Rosen.
‚Aus meinem Semester?’
Ja, aber er kann es nicht alleine.
‚Soll ich sie raus holen?’
‚Nein, auf keinen Fall.’
‚Willst du mit rein kommen?’
‚Nein, können sie bitte die Blumen Wang Shasha geben?’
Ich erklärte mich also bereit, diesem armen Teufel muss geholfen werden, das sehe ich ein. Ich also mit den Blumen zurück in das Seminar. Ihr hättet mal die Studierenden hören müssen. Ich also mit lauter Stimme erklärt das die nicht für mich sind sonder das ich sie nur übergeben soll.
Alle schauen mich gespannt an –
die Blumen sind für Wang Shasha.
Die ganze Klasse johlt auf und Wang Shasha weis nicht ob sie lachen oder weinen soll. Ich glaube aber dass sie sehr erleichtert war dass ich die Aufmerksamkeit sofort wieder in den Unterricht gelenkt habe und sie ihren Gedanken nachgehen konnte.
So was nennt man wohl wirklich romantisch.

Kleiner Nachtrag noch zu heute.
War vorhin in einem für mich neuen Einkaufszentrum und habe dort eine ganze Etage mit Markenprodukten gefunden. The North Face, Lowa, Timberland, usw. Und ich muss euch sagen, das Zeug hat hier 1:1 den gleichen Preis wie in deustchland. Dann kann man das auch genauso gut in Deutschland kaufen. Aber das nur am Rande.